Geschlossenheit von Systemen

Konzepte wie Autopioesis und Selbstreferentialität als zentrale Elemente der Systemtheorie und des Konstruktivismus sind mittlerweile in der Wissenschaft etabliert.

Heinz von Foerster als einer der Väter des Konstruktivismus hat es mit dem Konzept der "unspezifischen Codierung" recht nachvollziehbar auf den Punkt gebracht. Information aus der Umgebung fliesst nicht 1:1 in die Köpfe von Menschen (bzw. in die Informationsverarbeitungssysteme von sozialen Systemen) sondern wird an der "Grenze" also den Augen, Ohren, sensorischen Apparat usw. unspezfisch codiert und geht von dieser "Grenze" nur als ein "informatorisches" Ticken in Richtung Gehirn weiter. Die Information wird erst im Gehirn quasi "zusammengesetzt" und ist somit nur ein Korrelat zu einer Umweltsituation und kann damit die Urspungssituation (z.B. eines Sonnenuntergangs) nicht enthalten.

Denken und Wahrnehmen ist also ein sich geschlossenes System, das auf Reize (bzw. Irritationen) von aussen natürlich reagiert, jedoch nach der Logik der "Innenwelt". Somit hat jeder Mensch seine eigene Konstruktion und somit Wirklichkeit und verarbeitet die Reize von aussen je nach Geschichte und Zustand seiner Innenwelt.

Durch die sogenannte "Parallelisierung und soziale Validierung" (also das immer wieder darauf einigen, dass bei bestimmten Phänomenen etwas zu verstehen ist) können wir zwar zwischen Menschen und Organisationen sinnvoll uns austauschen, jedoch bleibt das auf sich selber bezogen sein.

Auch wenn die Gehirnforschung nun den Eindruck erweckt, dass man dem Gehirn beim Denken zusehen kann, so muss vor dem konstruktivistischen Hintergrund darauf hingewiesen werden, was man sieht: Aktivierungs- und Erregungsmuster im Bildformat und keine Bilder von Landschaften, Menschen oder gar Hoffnungen und schon gar nicht den Rohstoff der Potenzialentwicklung: Unterschiede, die einen Unterschied für die Weiterentwicklung machen.

Diese Information ist jedem Individuum nur selber zugänglich und kann natürlich durch Anregung von außen wie Fragen oder Hinweise aktiviert werden, jedoch nur durch die Innenwelt des Individuum hinsichtlich der aktuell möglichen Entwicklung erfaßt werden.

Selbstverständlich lassen sich durch Beobachter, also andere Personen Phänomene im außen beobachten (zittrige Stimme, Zugehen auf andere Menschen,...). Damit diese aber auch in der Innenwelt einer Person zu Entwicklung führen können, muss in dieser Innenwelt ebenfalls diese entwicklungsrelevante Information "am Schirm" sein. Nur dann wird ein nächster Schritt auch umgesetzt werden.

Daher ist im Potenzialfokus das Finden und Erfinden der möglichen Zukünfte auf die Betroffenen fokussiert (seien es Personen, Gruppen oder Organisationen) die - da sie informatonell geschlossen sind - diese positiven Unterschiede in sich selber konstruieren müssen.

Menschen (Kinder und Erwachsene) und soziale Systeme müssen daher für eine möglichst wirksame Potenzialentwicklung ans "Steuerrad" iherer eigenen Entwicklung gesetzt werden.

 

 

Filmsteifen Potenzialfokus