Eine neue Lern- und Veränderungslogik

Akzeptiert man (vor allem durch konkrete Beobachtung) die nichtlineare Dynamik von Systemen und die Notwendigkeit der Finalität bzw. der Antizipation für die Entwicklung von Neuem und damit Potenzialen, so ergibt sich eine neue Lern- sowie Entwicklungs- und Veränderungslogik.

Lernen und Veränderung ist dann keine sprunghafte Entwicklung und vor allem auch keine Entwicklung, die plötzlich auf höherem Niveau sich manifestiert sondern eine Schwingung. Diese Schwingung ist eine Wechselwirkung von Gelingen und Nicht-Gelingen (genauer: "Noch-Nicht-Gelingen" und befindet sich in ständiger Fluktuation.

Da die Zukunft nicht aus der Vergangenheit sinnvoll sich determinieren läßt, so kann die Energie unmittelbar auf die Zukunft gerichtet werden und das "etwas Besser" (Selbstwirksamkeitstheorie) fokussiert und konstruiert werden. Damit wird statt einem Push-Effekt ein Pull-Effekt (also ein sich von der Zukunft ziehen lassen) möglich. Damit ist man (zumindest konzeptionell) weniger ein Gefangener der Vergangenheit sondern ein Generator von Zukunftsmöglichkeiten. Und für das Generieren dieser Zukünfte muss der jeweils Betroffene die Verantwortung und Kompetenz entwickeln. Nur er oder sie kann die sinnvolle und damit "anziehende" Zukunft finden bzw. erfinden.

Zusätzlich ergibt sich in einer neuen potenzialfokussierten Lern- und Veränderungslogik eine um 90 Grad gedrehte Analyseebene: Nicht das vorwiegende Analysieren der Einzelereignisse liefert die Information für Lernen und Potenzialentwicklung sondern vor allem die Analyse der Unterschiede, die in bezug auf Weiterentwicklung einen Unterschied machen (also quasi um 90 Grad gedreht über die Ereignisse hinweg).

Damit erhält man den "Stoff" und die relevanten Unterschiede, aus denen Potenzialentwicklung besteht und eine andere Lern- und Veränderungslogik.

Filmsteifen Potenzialfokus